Minijob: Zuverdienst auf 450-Euro-Basis

Alljährlich verzeichnet in Deutschland der Markt für Minijobs auf 450-Euro-Basis steigende Zuwachsraten. Der Grund liegt unter anderem in der Struktur der 450 Euro Jobs. Das Einkommen bis zu dieser Grenze bleibt für den Arbeitnehmer komplett steuerfrei. Nach dem Motto „Brutto für Netto“ entscheiden sich Jahr für Jahr mehr Personen für einen Minijob. Erst im Jahr 2013 wurde die Einkommensobergrenze für diese Tätigkeiten von 400 auf 450 Euro angehoben.

Geringfügige Beschäftigung ohne Abgabenlast

Ein 450 Euro Job fällt in die Kategorie geringfügige Beschäftigung. Unter arbeitsrechtlichen Kriterien zählen die Jobs zu den Teilzeitbeschäftigungen. Die Beschäftigten sind von der Einkommenssteuerpflicht befreit und sind nicht zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung verpflichtet. Auf Wunsch kann eine Freistellung von der Beitragszahlung erfolgen. Ansonsten fließen 3,7 Prozent des Einkommens in die Rentenversicherung, woraus volle Ansprüche auf Leistungen aus der Rentenkasse resultieren. Minijobber genießen alle Vorzüge des Sozialstaates. Sie haben Kündigungs- und Mutterschutz und Anspruch auf bezahlten Urlaub. Auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gilt in Deutschland für geringfügig Beschäftigte.

Als Arbeitgeber haben Sie für einen Minijobber eine pauschale Abgabe zu entrichten, die zusätzlich zum Lohn anfällt. Sie liegt bei maximal 31,29 Prozent und teilt sich anteilig auf die Rentenkasse, die Krankenversicherung und die Steuer auf. Der Pauschalbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung entfällt, wenn der Arbeitnehmer privat versichert ist. Mit der Einführung des flächendeckenden Mindestlohnes in Deutschland am 1. Januar 2017 sind Arbeitgeber verpflichtet, den Betrag von 8,84 Euro brutto pro Stunde auch an Geringverdiener zu zahlen. Die Höchstgrenze von 450 Euro ist demnach bei einer Arbeitszeit von 50 Stunden und 54 Minuten im Monat erreicht.

Nebenjob für Schüler

Ein 450 Euro Job ist hervorragend für Schüler geeignet, die durch einfache Tätigkeiten ein wenig Geld verdienen wollen. Beliebt sind saisonale Beschäftigungsverhältnisse in den Ferien, die sich meist über einen Zeitraum von drei Wochen erstrecken. Zur Auswahl stehen Saisonarbeit als Erntehelfer, als Aushilfe an einem Weihnachtsmarktstand, als Ergänzungskraft bei einer Inventur oder als Urlaubsvertretung. Wichtig ist immer, dass die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes bezüglich der Arbeit eingehalten werden. Auch eine Tätigkeit in einem Privathaushalt ist als Nebenjob für Schüler geeignet. Als Haushalts- oder Gartenhilfe, als Babysitter oder als Einkaufshilfe finden Schüler vor allem in Großstädten eine Anstellung. Wer nach einer regelmäßigen Beschäftigung sucht, wird im Gewerbesektor fündig. Als Aushilfe am Zeitungskiosk, im Supermarkt oder in einer privaten Bäckerei ist ein Verdienst bis zu 450 Euro möglich. In der Regel handelt es sich um Arbeiten, die ein- bis zweimal in der Woche anfallen.

450 Euro Jobs finden über Minijobbörsen

Die große Nachfrage nach Minijobs hat eine ganze Reihe von Internetplattformen entstehen lassen, die sich auf die Vermittlung von unterschiedlichen Jobs auf 450-Euro-Basis spezialisiert haben. Tagesaktuell werden dort Jobangebote aus verschiedenen Bereichen veröffentlicht. Gesucht werden Reinigungskräfte, Servicemitarbeiter, Aushilfen und Saisonarbeiter. In der Regel handelt es sich um einfache Tätigkeiten, für deren Ausführung keine speziellen Fachkenntnisse erforderlich sind. Die Suche lässt sich durch Eingrenzung an die eigenen Vorstellungen und Wünsche anpassen. Sie können gezielt nach Tätigkeiten in Ihrem Postleitzahlengebiet suchen und eine Vorauswahl bezüglich des Berufsfeldes treffen. Auch Minijobber, die auf der Suche nach einer Tätigkeit sind, können die Plattformen nutzen, um eigene Anzeigen zu schalten. Für die Veröffentlichung stehen Ihnen mehrere Kategorien wie Tourismus, handwerkliche Tätigkeiten, Babysitting oder Aushilfe zur Verfügung.