Scheidung ohne Geld

"Ich will die Scheidung habe aber kein geld." Etwa jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden. Ist die Beziehung nicht mehr zu retten, bleibt in der Regel nur der Gang zum Gericht, um die Scheidung einzureichen. Zwischen drei und sechs Monate dauert das Verfahren. Angestrebt werden kann es erst, wenn die Ehepartner bereits ein Jahr lang getrennt gelebt haben. Dass eine Scheidung Geld kostet, ist eine Binsenweisheit. Gerichtskosten und Kosten für den Scheidungsanwalt können sich zu einem hohen Betrag summieren. Wer nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, muss nach Wegen suchen, um die Scheidungskosten zu minimieren.

Kosten für den Scheidungsanwalt

Jede Scheidung kostet einen gesetzlich festgelegten Mindestbetrag. Geregelt ist dies im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz und im Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen. Die Regelungen betreffen auch die Kosten für den Scheidungsanwalt. Eine Unterschreitung der Mindestkosten ist nicht zulässig, höhere Kosten können allerdings jederzeit entstehen. Generell richten sich die Scheidungskosten nach dem Verfahrenswert, der früher als Streitwert bezeichnet wurde. Die Basis bildet das gemeinsame monatliche Nettoeinkommen der Ehepartner und die Höhe der Altersvorsorgeanlagen. Vorhandenes Vermögen, wie Immobilien, Wertpapiere oder Edelmetalle können zu einer Erhöhung des Streitwertes führen. Den Verfahrenswert setzt das zuständige Gericht fest und die Kosten für den Scheidungsanwalt orientieren sich an diesem Wert.

Scheidung ohne Geld mit Verfahrenskostenhilfe

Besitzen beide Ehepartner kein Geld und verfügen nur über ein geringes monatliches Nettoeinkommen, können sie für die Scheidung Verfahrenskostenhilfe beantragen. In Abhängigkeit von der Höhe des Einkommens können die Kosten für den Anwalt in Raten zurückgezahlt werden oder es erfolgt eine vollständige Befreiung von der Zahlungsverpflichtung. Die Bewilligung der Verfahrenskostenhilfe ist an vier Bedingungen geknüpft:

  1. Das Trennungsjahr muss vorüber sein
  2. Das Einkommen darf eine bestimmte Bemessungsgrenze nicht überschreiten
  3. Der Ehepartner darf kein wesentlich höheres Einkommen erzielen
  4. Es ist kein verwertbares Vermögen wie Immobilien, Geldanlagen, Wertpapiere usw. vorhanden

Betroffen sind auch Geldanlagen, die der privaten Altersvorsorge dienen. Sollte eine kapitalbildende Lebensversicherung vorhanden sein, verlangen die Gerichte beinahe immer die Beleihung oder Auflösung des Vertrages.

Geld sparen mit der Online Scheidung

Im digitalen Zeitalter hat sich mit der Online Scheidung eine kostengünstige Alternative zur traditionellen Scheidung etabliert. Geeignet ist diese Geldsparvariante nur für Ehepaare, die nicht über Vermögenswerte streiten, sich beim Sorgerecht für die Kinder einig sind und schnell und kostengünstig geschieden werden wollen. Benötigt wird ein Anwalt für Scheidung, der die erforderlichen Schritte in die Wege leitet. Das Prozedere unterscheidet sich nicht von der herkömmlichen Scheidung. Der Anwalt übermittelt den Scheidungsantrag an das Familiengericht, das wiederum einen Fragebogen zum Versorgungsausgleich an die Beteiligten verschickt. Sind die Einzelheiten zur Rente geklärt, benennt das Gericht einen Termin, zu dem die beteiligten Ehepartner erscheinen müssen. Im günstigsten Fall erfolgt die Scheidung unmittelbar nach der ersten Anhörung.

Hauseigentum bei Scheidung

Ein häufiger Streitpunkt bei einer Scheidung betrifft das eventuell vorhandene gemeinsam genutzte Wohneigentum. Ist ein Haus vorhanden, erhält der Ehepartner den Zuschlag, der im Grundbuch steht. Gehört die Immobilie beiden Ehepartnern zu gleichen Anteilen, stehen verschiedene Lösungsvarianten zur Auswahl. Verfügt keiner über die finanziellen Mittel, die Immobilie zu halten, muss das Haus an einen Dritten verkauft werden. Der Erlös wird aufgeteilt und zur Schuldentilgung genutzt. Eine andere Variante ist die Vermietung des Wohneigentums. Die Einnahmen aus der Vermietung werden ebenso geteilt wie die Kosten für die Instandhaltung. Den härtesten Einschnitt bildet die Zwangsversteigerung der Immobilie. Dieser Weg wird nur beschritten, wenn die Ehepartner so stark zerstritten sind, dass keine Übereinkunft bezüglich der Verwertung des Hauses getroffen werden kann. Die Zwangsversteigerung ist in der Regel mit einem erheblichen finanziellen Verlust für beide Seiten verbunden.

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Geld leihen von der Familie

Ein Zuschuss von den Eltern für die neue Küche, ein Darlehen für den neuen Fernseher oder ein zinsgünstiger Kredit für den Hausbau – es gibt viele Gründe, um sich bei Familienmitgliedern Geld zu leihen. Normalerweise führt bei Geldknappheit der erste Weg zur Bank. Mithilfe eines Ratenkredites können finanzielle Engpässe überbrückt werden.

Scheidung ohne Geld

"Ich will die Scheidung habe aber kein geld." Etwa jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden. Ist die Beziehung nicht mehr zu retten, bleibt in der Regel nur der Gang zum Gericht, um die Scheidung einzureichen. Zwischen drei und sechs Monate dauert das Verfahren. Angestrebt werden kann es erst, wenn die Ehepartner bereits ein Jahr lang getrennt gelebt haben.

Raphael Fellmer

Es gibt in dieser Welt Leute die bewusst gewählt haben ohne Geld zu leben. Raphael Fellmer und seine Familie leben schon seit 2010 ohne Geld und ohne Einkommen, "um mehr Bewusstsein für die Verantwortung zu schaffen, die wir alle für Hunger, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung tragen." Raphael lebt mit Frau und zwei Kindern in Berlin.