Wohnen ohne Geld

Es gibt viele Gründe für ein Leben ohne Geld: Pech, Entlassung, Ausstieg aus dem Hamsterrad von Arbeit, Konsum, Schlaf, Wiederholung und dank eines kleineren Fußabdrucks auch eine Verbesserung der Umwelt. Darüberhinaus verlangt es Beharrlichkeit, es auch tatsächlich in die Praxis umzusetzen: wie bekommt man zum Beispiel an kostenlose Lebensmittel?

Nach der Moral und dem Fressen, kommt der größte Kostenpunkt: Wohnraum. In Deutschland zahlt man leicht ein Drittel des Nettoeinkommens an Miete. Eine Mietwohnung zu finden ohne Geld ist schwer, geschweige denn eine Kaufwohnung. Es gibt aber doch inspirierende Leute, die für längere oder kürzere Zeit einen Weg finden, zu wohnen ohne Geld.

Haushüten

Ein relativ einfacher Einstieg ins kostenlose Wohnen ist der kostenlose Urlaub indem man Ferienhäuser hütet. Versuch es doch einmal für ein Paar Wochen und erlebe, wie Hausbesitzer oft sogar dankbar sind für kostenlose aber trotzdem gewissenhafte Haushüter. Ferienfeiernde Hausbesitzer oder arbeitende Ferienhausbesitzer und Haushüter finden einander durch mehrere Plattforme, wie:

Das Hüten von Ferienhäuser funktioniert auch vice versa: kostenlos wohnen in Deutschland indem man Wohnhäuser (nicht selten inklusive Haustieren) von urlaubenden Bewohnern hütet (oft durch die gleichen, obengenannten Plattforme). Der Name Trusted Housesitters (Vertrauenswürdige Haushüter) ist gut gewählt: beim Haushüten geht es um Vertrauen. Heidemarie Schwermer hat zwanzig Jahre auf diese Weise ohne Geld gewohnt!

Gastfreundschaftsnetzwerke

Für Reisen ohne Geld sind auch Gastfreundschaftsnetzwerke, oder Couchsurfing, sehr geeignet und nicht halb so abenteuerlich als man vielleicht denkt. Es gibt viele Plattforme, die sogenannte Sofabesitzer mit Reisenden ohne Geld in Kontakt zusammenbringen. Es ist eine tolle Weise, Reisegefährten zu treffen und überhaupt interessante Leute kennenzulernen.

Oft wechseln sie ihre Rolle gegenseitig und stellt der am einen Moment reisende Gast, an einem anderen Moment sein eigenes Gästezimmer zur Verfügung. Auch ist es immer eine gute Idee, etwas im Gegenzug zu setzen, wie - wenn lebend ohne Geld - zum Beispiel (kostenlose) Lebensmittel, das Kochen des Abendessen oder andere Hausarbeit.

Besetzung

Hausbesetzen

Hausbesetzung ist in Deutschland widerrechtlich. Weil es aber eine immerhin in Deutschland vorkommende Form von Wohnen ohne Geld ist, darf es hier nicht fehlen: sozusagen wie eine theoretische Möglichkeit. Das Besetzen von Häusern ist oft eine Anklage gegen absurd hohe Mieten (heutzutage wieder aktuell wie noch nie) und oft spekulativen Leerstand in einer Zeit von großem Wohnungsmangel. Auf Squatnet findet man viel Informationen zu Hausbesetzung.

In der Regel wählen Hausbesetzer nicht nur leere Wohnungen, sondern jedes leere Gebäude, das sich für ihre Anklage und ihr Wohnbedürfnis eignet: also oft auch leere Betriebs- oder Geschäftsgebäude. Hausbesetzer gibt es auf der ganzen Welt; obwohl sie ein wenig geschlossen sind durch ihren vonseiten der Behörden sowie auch der Hausbesitzer bedrohten Lebensstil, sind sie immerhin manchmal sehr gastfreundlich in der Richtung von Gleichgesinnten.

Wild Camping

Wild Camping, oder zelten außerhalb dafür vorgesehener Einrichtungen, ist in Europa nur in Skandinavien und Schottland offiziell erlaubt. Aber in vielen anderen Ländern ist es dennoch kein Problem. Und wenn es wild nicht erlaubt ist, wie in Deutschland, darf man oft doch auf Privatgrund mit Erlaubnis des Besitzers zelten (außer in Griechenland und Bulgarien, obwohl es in der Praxis weniger strikt zugeht).

Gerade im ländlichen Raum ist [das Fragen um Erlaubnis in Deutschland] meist nur eine Formsache – zumindest wenn man früh genug am Abend klopft. (Bergzeit)

In Österreich und der Schweiz ist es kompliziert; In Spanien, Italien, Ungarn, Portugal, Russland, Tschechien und der Slowakei ist wild kampieren strengstens verboten! Tipps: Verhalte dich ruhig, bleib nicht zu lange an einem Ort und hinterlasse keinen Müll. Und, wenn wild zelten erlaubt ist, heißt das noch nicht, dass Feuer das auch ist! (Mehr über Wild Camping)

Leben ohne festen Wohnsitz

Der Unterschied zwischen Obdachlosen und Leute die ohne Geld und dadurch manchmal auch ohne festen Wohnsitz leben, ist oft auf irgendeine Weise Zwang versus Wahl. Aber auch Freiwillige sollen sich der Konsequenzen dieser Lebensstil bewusst sein.

Heutzutage darf niemand mehr aufgrund von Wohnungslosigkeit kriminalisiert werden. (Quelle)

Trotzdem sollte man wissen, dass man für einige Sachen einen festen Wohnsitz braucht (wie z.B. Kredit). Obdachlosen und Leute ohne festen Wohnsitz können aber ohne große Schwierigkeiten Hartz IV beantragen; Man braucht nicht einmal ein Konto! Ein Konto ohne festen Wohnsitz beantragen ist übrigens auch kein Problem:

Seit dem 19. Juni 2016 begründet § 31 des Zahlungskontengesetzes (ZKG) für alle Verbraucher einschließlich Personen ohne festen Wohnsitz einen Rechtsanspruch auf Führung eines sog. Basiskontos. (Wikipedia)

Erreichbarkeit ist das Schlüsselwort wenn man keinen festen Wohnsitz hat. Voraussetzung eines Postfaches der Deutschen Post ist leider "eine zustellfähige Hausanschrift". Es ist jedoch möglich, legal aber virtuell eine Postadresse zu mieten.

Hartz 4 zu beantragen, geht auch ohne festen Wohnsitz. Viele soziale Einrichtungen bieten Postkästen an, welche von wohnungslosen Menschen genutzt werden können. (Hartz4hilfthartz4)

Wohnen ohne Geld

Es gibt viele Gründe für ein Leben ohne Geld: Pech, Entlassung, Ausstieg aus dem Hamsterrad von Arbeit, Konsum, Schlaf, Wiederholung und dank eines kleineren Fußabdrucks auch eine Verbesserung der Umwelt. Darüberhinaus verlangt es Beharrlichkeit, es auch tatsächlich in die Praxis umzusetzen: wie bekommt man zum Beispiel an kostenlose Lebensmittel? Nach der Moral und dem Fressen, kommt der größte Kostenpunkt: Wohnraum. Es gibt Wege, für längere oder kürzere Zeit zu wohnen ohne Geld.